Fazit der Vegan for Youth Challenge

Dann will ich mal mit meinem Fazit zur „Vegan for Youth Challenge“ beginnen, die ich vor ca. 8 Wochen beendet habe.

Wie alles begann

Am 24. Mai 2014 habe ich mir bei amazon das Buch „Eat & Run: Mein ungewöhnlicher Weg als veganer Ultramarathon-Läufer an die Weltspitze“ von Scott Jurek bestellt. Eigentlich hat mich nur der Aspekt des Ultralaufens Interessiert und bin dann über dieses Buch zur veganen Ernährung gekommen.
In meinem Urlaub am Gardasee habe ich das Buch fertig gelesen. Scott Jurek hat mich total begeistert mit seinem Buch und seine Erfolge waren unglaublich. Da war für mich klar: Das musst du ausprobieren. Am 29.05.2014 habe ich am Lago di Garda das letzte Mal gegrillt – und es lag nicht am schlechten italienischen Grillzeug. Damit war für mich der erste Schritt vollzogen.
Nach dem Urlaub habe ich mir 1000 Gedanken darüber gemacht, wie gut doch die vegane Ernährung für Läufer bzw. Sportler sein muss und habe peu à peu meine Ernährung umgestellt. Wie ich so bin, habe ich erst mal alles aus dem Netz aufgesaugt, was mit Vegan zu tun hat und mir alles rein gezogen, was ging. Vegane Rezepte habe ich sofort viele gefunden, aber vegane Rezepte für Sportler nur bedingt. Ich habe mich auf die Suche nach einem guten Kochbuch gemacht, das alle meine Bedingungen erfüllen sollte und es dann auch tat. Während der Suche traf ich auf Atilla Hildmann. Ich hatte noch nie was von diesem Typen gehört, aber er schien sympathisch zu sein und er hat genau das im Angebot, was ich gesucht habe. Zuerst bestellte ich mir das „Vegan for fit“ Buch und kurze Zeit später das „Vegan for Youth“ Buch. Die Rezepte in den Büchern enthalten keinen Zucker, keine Zusatzstoffe, sind MEGA lecker, leicht nachzukochen und bieten viele Low carb Gerichte an, was für mich sehr wichtig ist, da ich meistens abends koche. Zudem haben die Bücher alle Bereiche abgedeckt, die man so zum Leben braucht. Frühstück, Getränke, Mittagessen, Abendessen, Kuchen, Snacks, ToGo-Gerichte und Smoothies. Bis zum 01. 08. hab ich mal vegetarisch, mal vegan gekocht und meine Küche so langsam umgestellt. Am 01.08.2014 startete ich dann mit der „Vegan for Youth Challenge“. Warum die Youth? Weil sie noch mehr gesundheitliche Aspekte für den Geist enthält, was im nachhinein auch perfekt für mich war. Die Challenge soll einem die Basics für ein längeres, besseres und aktiveres Leben vermitteln.

Foto: Simon Vollmeyer

Foto: Simon Vollmeyer

Wie war es währenddessen?

Ich habe 63 Tage auf tierische Produkte, Kaffee, Industriezucker, weißes Mehl, Fertigprodukte, Lebensmittel mit Zusatzstoffen/Geschmacksverstärker etc. verzichtet. Dafür durfte ich jeden Tag einen Liter Grünen Tee, einen „Vegan for Youth Juice“, einen Liter Kräutertee und viele leckere vegane Gerichte genießen. Der Hauptbestandteil waren natürlich die leckeren Rezepte aus dem „Vegan for Youth“ Buch, welches ich jedem empfehlen kann. Auch denen unter euch, die keine Veganer werden wollen. Die Rezepte sind zu geil, um sie nicht zu kochen. Ich habe jeden Abend gekocht, meisten gleich die doppelte Menge, damit ich gleich was für mittags hatte und anschließend habe ich noch das Frühstück vorbereitet. Morgens gab es anstatt Café einen leckeren Matcha Latte. Den Matcha habe ich vorher nicht gekannt und habe ihn lieben gelernt. Den trinke ich auch Wochen nach der Challenge noch. Matcha (jap.: 抹茶 „pulverisierter Tee“) ist übrigens fein gemahlener Grüntee und macht auf eine ganz andere Art und Weise fit wie Café. Man schwebt eher durch den Tag.:-)

Während der Challenge soll man jeden Tag mindestens 15 min. meditieren und drei Qigong Übungen durchführen. Nachdem ich das fünf Tage gemacht habe, konnte ich endlich wieder besser schlafen, was ich vorher sechs Monate nicht konnte und habe mich spitze gefühlt. Inzwischen habe ich mich an einem Qigong Kurs an der VHS-Fulda angemeldet.

Desweiteren war während dieser Challenge regelmäßige Bewegung/Sport Pflicht und ein ausgedehntes!! Dehn-Programm musste man auch absolvieren. Ich habe während der Challenge mein Freeletics und Lauftraining ganz normal durchgeführt und konnte mich um einiges steigern. In der Mitte der Challenge habe ich eine Halbmarathon erfolgreich mit 1:42 h gefinisht, damit habe ich mich um ca. 10 min. verbessert. Ich glaube, da ist immer noch etwas mehr drin, ich bin gespannt, was noch alles möglich ist.

Ich könnte jetzt stundenlang über die tollen Zutaten, Rezepte oder Smoothies schreiben, aber das würde euch nur langweilen und am Ende müsst ihr es am besten mal selber ausprobieren. Bis auf ein oder zwei Rezepte war alles sehr lecker und satt hat es auch immer gemacht.

Ich hatte während der Challenge immer ein gutes und befreites Gefühl, aber nie das Verlangen nach Fleisch, was mich schon etwas gewundert hat. Alles im allem bin ich froh, dass ich die Challenge durchgezogen habe. Ich habe dabei nur gewonnen.

Wie ging es mir danach?

Am Tag 63 habe ich meine Challenge beendet und auf einmal war da eine kleine Leere. Rund 60 Tage hatte ich täglich Vorgaben, was ich essen und woran ich mich so ungefähr halten sollte. Das fehlte mir zwei bis drei Tage lang, bis ich begriff, dass ich mir jetzt doch auch mal was gönnen könnte und habe das dann auch gemacht. Inzwischen suche weiter nach der perfekten Ernährung, die es natürlich nicht gibt. Die veganen Sachen von Atilla Hildmann sind schon nah dran. Wenn ich in Zukunft koche, wird es wohl weiterhin viel aus seinen Büchern geben. Ich werde aber auch mal in die Bücher von der lieben La Veganista reinschauen und natürlich von Brendan Brazier, Björn Moschinski, Scott Jurek und Matt Frazier uvm.. Ich bin gespannt, was für Köstlichkeiten da draußen noch auf mich warten.

Gewicht

Vorher: 79,3 kg – Nachher: 73,5 kg

Vegan bleiben?

Kommen wir zur Frage der Fragen. Bleib ich vegan, oder werde ich Vegetarier. Werde ich am Ende noch Frutarier oder doch wieder ein Meatathlet, wie die Jahre zuvor??? Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr sprunghaft und immer offen für Neues bin und damit werde ich mich nie endgültig festlegen. Mein jetziger Weg wird mich nahe am Veganismus vorbei führen, aber nicht so nah, dass ich mich darin verlaufe. Ein 100 % militanter Veganer möchte ich nicht werden, aber soweit es für mich gut erscheint, werde ich mich vegan ernähren und es genießen.

Wie langweilig war im nachhinein doch die gutbürgerliche fleischreiche Ernährung.

Umfeld

Einige wenige kommen damit nicht klar, dass ich kein Fleisch mehr esse und sind ständig am lästern oder geben Kommentare zu meinem Essen ab. Anfangs war mir das egal, sollen sie doch sagen, was sie wollen. Inzwischen geht es mir einfach nur auf die Nerven, wenn ständig jemand abfällig über mein Essen redet. Die Konsequenz z.B. an der Arbeit: Ich esse jetzt für mich im Büro oder gehe mit mir wohlgesinnten Kollegen vegan auswärts essen. Das heißt nicht, dass man allem aus dem Weg gehen sollte, aber irgendwann hat man einfach keine Lust mehr, sich zu erklären. Die Mehrzahl der Menschen in meinem Umfeld nehmen es super auf und sind begeistert von dem leckeren Essen.

Warum?

Ja, warum sollte man sich eigentlich vegan ernähren? Es wird behauptet, dass der Mensch ein Allesfresser ist. Wir können zwar alles essen, was aber nicht heißt, dass es gut für uns ist. Das, was heute in den Supermärkten angeboten wird, ist größtenteils Schrott und man weiß nie, was einen erwartet. Nach der Vielzahl an Lebensmittelskandalen in den letzten Jahren und die unwürdigen Bedingungen der Massentierhaltung ist es mit der veganen, bio und zusatzstoffreien Ernährung viel einfacher, dem ganzen aus dem Weg zu gehen. Meine Hauptintention ist nicht die Tierliebe. Ich will mich gesund und bewusst ernähren, nebenbei noch ein wenig die Umwelt schonen und den Tieren den Respekt zollen, den sie verdient haben.

Vegan ernähren ist für mich nicht genug. Ich würde lieber ein Mal im Monat eine Pizza mit Käse essen, als mich nur von veganen Fertigprodukten zu ernähren. Das macht für mich nämlich überhaupt keinen Sinn. Viele dieser Fertigprodukte enthalten zu viele Zusatzstoffe, Salz und Zucker, was genau so ungesund ist, wie zu viele Tiere essen.

Danke

Am Ende will ich noch den Menschen danken, die mich während der Challenge unterstützt haben. Das ist zum einen die liebe Kati, die hier alle meine Texte korrigiert hat und auch sonst immer ein offenes Ohr für mich hatte. Meiner mum für das tolle Biogemüse aus ihrem Garten und allen, die mich nicht dafür verurteilt haben. Danke auch an den Becker Joest Volk Verlag für die Bilder und Rezepte.

Ein ganz großes Lob und vielen Dank für die Motivation und die Rezepte geht natürlich an Attila Hildmann.

Natürlich will ich nicht vergessen, all denen zu danken, die mich mit ihren intoleranten und unqualifizierten Kommentaren wissen lassen haben, wie ekelhaft doch mein Essen aussieht und wie ungesund das doch alles sei. Ich kann sie ja verstehen. Sie wissen es halt nicht besser, aber trotzdem habe ich manchmal zu wenige Mittelfinger für sie, danke. 🙂

Danke auch an alle Instagrammer, die meine Bilder geliked haben.

 

Was liegt vor mir?

Deine Zukunft ist, wozu du sie machen willst. Zukunft heißt wollen.

Dalai Lama

Greetz

Johnny